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Batman - Jede Menge Spaß und gut bezahlt
source: Columbus, GER date: 1997

Von EDDA BAUER und UWE MIES 

George Clooney ist der Shooting Star im aktuellen Hollywood-Kino. Vor vier Jahren war er noch einer von vielen talentierten Nebendarstellern. Dann erhielt er für die Ärzteserie "ER - Emergency Room" die Rolle des Dr. Douglas Ross und wurde weltberühmt.

 Mit nur zwei Hauptrollen in "From Dusk till Dawn" und "Tage wie dieser" konnte Clooney seinen Marktwert auch im Kino vervielfachen und ist nun mit 36 einer der meistbegehrten Stars in Hollywood. 

Als Nachfolger von Michael Keaton und Val Kilmer tritt Clooney nun in "Batman und Robin" die Nachfolge als kassenstärkster Superheld aller Kinozeiten an. 

Frage: Haben Sie die Batman-Comics gelesen? 

Clooney: Ja, ich mochte Batman. Es gibt ein Foto von mir, da bin ich drei Jahre alt und habe einen Batman-Anzug an. 

Und ich mochte diese drollige TV-Serie, die ja fast schon eine Parodie war. Mann, war die abgedreht. Ich war ein totaler Fan. 

Frage: Welche Vorbehalte gab es zur Batman-Rolle? 

Clooney: Vor allem die eine: Nimm dich in acht vor den Ganzkörper-Anzügen. Die Dinger sind wirklich unbequem. Man wird komplett eingeschnürt und fühlt sich auch so. Und diese Prozedur erlebt man gleich mehrmals am Tag. Wie es der Dreh halt erfordert. 

Aber ich will mich nicht beschweren, der Anzug macht zu Batman, und ich kriege tierisch viel bezahlt dafür.

 Frage: Zeitgleich zum Film waren Sie auch noch mit den Dreharbeiten zur Serie "ER" beschäftigt. 

Clooney: Oh ja, das war in der Tat ein Schlauch. Drei Filme in Folge und immer mittendrin die Serie. Acht Monate lang habe ich wirklich sieben Tage die Woche gearbeitet. 

Frage: Wie werden Sie Ihre weitere Karriere gestalten? 

Clooney: So wie bisher auch. Ich werde vergleichsweise wenig Kinofilme machen. Maximal einen während der Dreharbeiten zur Serie und einen in der Drehpause zur Serie. 

Frage: Würden Sie frühzeitig aus der Serie aussteigen wollen? 

Clooney: Auf gar keinen Fall. Wenn man die Chance hat, gleichermaßen gut im Geschäft zu sein für Film und Fernsehen, dann nimmt man das wahr. Dann spielt es keine Rolle, wieviel man dafür arbeiten muß. 

Frage: Wie erklärt sich der enorme Stellenwert von "ER" für Sie? 

Clooney: Es gab in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung für Fernsehserien. Ich hatte das Glück, gleich bei der ersten Welle mit dabei gewesen zu sein. 

Ich weiß nicht, wie es international aussieht, aber in Amerika ist "ER" die erfolgreichste TV-Serie, die es je gegeben hat. Wir sind auf 150 Kanälen landesweit zu sehen. Es ist eine wirklich große Sache. 

Ohne das wäre ich niemals nach oben gekommen. Abgesehen davon ist es aber auch einfach eine gute Serie. Und deshalb bleibe ich dabei, solange es eben geht. 

Frage: Was auch ein guter Weg ist, Ruhm zu konservieren. 

Clooney: Ja, da ist was dran. Es gab und gibt mehrere Schauspieler in meiner Familie. Und wenn ich eines weiß, dann das: Ruhm kommt und geht und kommt sehr schnell. Und es hat in den seltensten Fällen mit einem selbst zu tun. 

Frage: Batman dürfte doch wohl den Durchbruch bringen. 

Clooney: Das denke ich nicht. Diese Rolle ist etabliert. Es gab sie schon als ich noch gar nicht in dem Beruf war. 

Mein nächster Film "The Peacemaker" wird da weit mehr Aufschluß geben. Da steht dann der Schauspieler im Vordergrund und nicht das Konzept. 

Batman hätte jeder spielen können. Ich war ja auch schon der dritte, der diese Batman-Maschine am Laufen gehalten hat. 

Frage: Frauen werden schwach, wenn von Ihnen die Rede ist. Wie fühlt man sich als Sexsymbol? 

Clooney: Das sind so zweischneidige Fragen. Es ist leicht, in der Öffentlichkeit zu antworten: Ich finde das fürchterlich. Aber das ist lahm. Denn man beschwert sich über ein Kompliment. 

Das Problem am Kompliment wiederum ist, daß es unterschwellig behauptet, man sei nicht gerade mit Intelligenz beschlagen. 

Insofern scheint mir die beste Antwort, wenn mich jemand auf gutes Aussehen anspricht: Vielen Dank. Lassen Sie uns hoffen, daß ich gut darüber wegkomme und auch als Schauspieler Anerkennung finde. 

Und das ist in der Tat eine Sache, die sich noch herausstellen muß, ob ich beim Kinopublikum ankomme. Daß ich im Fernsehen bestehen kann, das weiß ich mittlerweile. 

Frage: Sie zieren die Titleblätter unzähliger Magazine. Können Sie sich eigentlich noch selber sehen?

 Clooney: Oh Gott, nein. Ich frage mich,ob die Leute nicht langsam die Schnauze voll haben von meinem Gesicht. Immer wenn ich mich sehe, könnte ich kotzen.

 Aber für meine Ex-Frau muß das wirklich die Hölle sein.

 Frage: Wie steht es mit Familienleben? Möchten Sie mal Kinder haben? 

Clooney: Ich mag Kinder wirklich gern. Sie sind aber auch das höchste an Verantwortung. Man hat nicht einfach Kinder, man muß auch was für sie tun. 

Man kann vielleicht einen Film so raushauen, und wenn er fehlschlägt, hatte man eben Pech. Mit einem anderen Leben sollte man nicht so einfach umspringen. 

Frage: Und jetzt üben Sie schon mal mit einem Haustier? 

Clooney: Ja, ich habe ein Schwein. Das bringt auch Verantwortung mit sich, in der Tat. 

Frage: Wie kamen Sie denn zu diesem Schwein?

 Clooney: Er heißt Max und sollte vor 10 Jahren als große Ratte im Pilotfilm der Serie "Roseanne" auftreten. Er war auch wirklich klein und einer Ratte sehr ähnlich.

 Der Tierhalter hat mir damals auch versichert, daß Max ein Zwergschwein ist. Ich hab ihn dann mit nach Hause genommen und er ist riesig geworden. Aber ein tolles Haustier, wenn einem die Scheiße überall nichts ausmacht.

 Frage: Sie wurden als bestangezogener TV-Star genannt. Wer ist Ihr bevorzugter Modemacher? 

Clooney: Eigentlich gibt es da keinen bestimmten. Ich kaufe, was mir gefällt. Da gibt es dann Hugo Boss und Giorgio Armani. Aber es ist keine Notwendigkeit. 

Ein Anzug muß mir gefallen. Ich will ihn ja schließlich anziehen. 

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