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George Clooney, Mark Wahlberg und Ice Cube sprechen
über Haare, Penis und Checkpoint Charlie
source:BZ Aktuell, GER, date: 11 Feb. 2000
Yo,
Man! Ganz schön hipp, diese "drei Könige". George
Clooney wie immer so schön, so schön. Noch schöner
als in seinem Film "Three Kings", den er jetzt zur Berlinale
brachte. Daneben König Nr. 2, Mark Wahlberg, im T-Shirt und
mit langen Haaren. Mit langen Haaren? Und wie lang! Ganz kurzgeschoren
dagegen Ice Cube, dafür aber ultracool - Gangsta-Rapper at
his best. Sie sind bisher die Kings der Berlinale und bester Laune
-auch wenn ihr Film außer Konkurrenz im Wettbewerb läuft.
He, George, wie finden Sie Berlin?
Clooney: Ich bin zum ersten Mal
hier. Echt klasse, was ich alles schon an Restaurants und Bars
gesehen habe. Leider alles nur von außen bisher. Berlin
war der Nabel der Welt Anfang der 90-er. Und jetzt hier zu sein,
um die Ecke von Checkpoint Charlie, den ich gestern natürlich
sofort besucht habe. Aber ich war enttäuscht, wie klein alles
war. Doch das kennt man ja: Filmstars sind ,auch immer kleiner
als man sie sich vorstellt.
Wie war denn die Zusammenarbeit
mit Mark Wahlberg?
Clooney: Das war ein Unfall, das
werde ich nie wieder machen. (grinst) Nee, im Ernst: Im Moment
produziere ich einen Film mit Mark. Daher hat er auch diese schrecklichen
Haare (lacht).
Wahlberg: Mir ist egal, mit wem
ich arbeite. Ich nehme jeden Job, den ich kriegen kann. Jetzt
spiele ich für George den Leadsänger einer Rockband
wie "Judas Priest". So richtig hart. Mit Rockstarphantasien
wie Groupies, Drogen und was eben so dazu gehört. Sind die
Haare echt?
Wahlberg: Klar! (zieht an seinen
Haaren) Sehen Sie! Das war ein hartes Stück Arbeit. Mein
Penis in "Boogie Nights" war eine Attrappe, doch das Haar
ist echt. Übrigens, die Penis-Attrappe hab ich noch. Vielleicht
mache ich damit mal einen kleinen Planet Hollywood auf.,
In "Magnolia" (läuft
am Montag auf der Berlinale) zeigt Tom Cruise ja auch sein Ding.
Haben Sie den schon gesehen?
Wahlberg: Ich war zwar bei der
Premiere, aber bei Toms Nacktszene war ich gerade mal draußen.
Doch ich habe gehört, Tom Cruise soll einen echt kleinen
Penis haben. Aber gesehen habe ich es nicht, ich bin nicht der
Typ, der Leuten aufs Klo hinterherstiefelt. Zurück zum Film.
Hat Regisseur
David 0. Russell Sie richtig in
die Mangel genommen?
Ice Cube: Gott sei Dank nicht.
Das Schwerste für ihn war, uns drei wie Soldaten aussehen
zu lassen. So wie wir aussehen, würdenwiraus jeder Army rausfliegen.
Haben Sie wirklich im Irak gedreht?
Wahlberg: David hätte uns
am liebsten in den Irak geflogen, aber ich sagte: Spinnst du?
Mir reicht es, wenn ich das auf Video sehe. Außerdem sehe
ich zu amerikanisch aus. Ich hätte da unten ein Problem.
Clooney: Nee, wir haben in Arizona
und Mexiko gedreht. Wir mussten immer schon um 4.30 Uhr morgens
in der Wüste drehen. Es war kalt, wir haben gefroren. Und
dann dieser ewige Staub.
Haben Sie bei dem Titel an die
heiligen drei Könige gedacht?
Ice Cube: Irgendwo schon. Wir
spielen zwar gelangweilte Diebe, die an einen Goldschatz ran wollen.
Aber wider Willen werden wir zu Wohltätern und bringen den
Menschen aus Babylon - daher kommen ja die biblischen Könige
- Geschenke.
Wie empfinden Sie das heute: War
dieser US-Einsatz im Golfkrieg gerechtfertigt? Hätte man
Saddam nicht kaltstellen müssen?
Clooney: Ich stamme aus einer
liberal-demokratischen Familie, die gar nichts von Kriegseinsätzen
hält. Dieser Golfkrieg erschien uns allen doch als ein riesiges
Videospiel. Daher ist dieser Film so wichtig, weil die Leute gar
nicht wissen, was da unten wirklich geschah: Dass sich die Amerikaner
nach dem Waffenstillstand zurückgezogen und Saddam erlaubt
haben, das Land in einen fürchterlichen Bürgerkrieg
zu stürzen. Gab es Reaktionen von den Irakis?
Wahlberg: Ach, ich hab vor kurzem
mit Saddam telefoniert, er fand den Film prima und wollte eigentlich
auch zur Premiere kommen. Besonders gefreut hat er sich über
all die Saddam-Gemälde, die in dem Film vorkommen.
Wer von Ihnen war denn überhaupt
bei der Armee?
Wahlberg: Ich überlegte mal
mit 16, zu den Marines zu gehen, um nicht in den Knast zu müssen.
Aber die wollten mich nicht.
Clooney: Ich war nach der High-School
registriert gewesen. Das war 1979, kurz bevor die Sowjets in Afghanistan
einmaschiert sind und Vietnam hinter uns lag. Das war eine beängstigende
Zeit, weil jeder damit rechnete, dass ein neuer Krieg ausbricht.
Diese Vorstellung gefiel mir nicht.
Haben Sie die Rapperei jetzt endgültig
an den Nagel gehängt, Ice Cube?
Ice Cube: Naah, ich rappe noch.
Am 21. März erscheint Teil 2 meiner "War and Peace"-CD.
Aber ist schon klasse, mit all diesen Moviestars zusammen zu sein.
Haben Sie und Mark gemeinsam gerappt
beim Dreh?
Clooney: Ich habe gerappt!
Sie haben in "Three Kings"
aber auch wieder den Dr. ross aus "Emergency Room" gespielt.
Wie Sie Mark da die Lungen-Kanüle setzen - ganz schön
professionell!
Clooney: Als ich das machen musste,
haben alle am Set angefangen zu lachen. Es sollte eigentlich nicht
aussehen wie Dr. ross. Aber trotzdem hatte ich mehr Ahnung als
alle Sanitäter am Set.
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